Ominöse Geldflüsse beim SK Austria Kärnten

Ominöse Geldflüsse beim SK Austria Kärnten

Gepostet von am Nov 16, 2007

Als am 10. Mai 2007 bekannt gegeben wurde, dass der ASKÖ Pasching seinen Vereinssitz ins kärntnerische Klagenfurt verlegen, mit dem FK Kärnten fusionieren und fortan unter dem neuen Namen „SK Austria Kärnten“ auftreten würde, war allseits Jubel und Begeisterung zu vernehmen. Mario Canori, der designierte Präsident des Fußballvereins, sprach von einer „geschichtsträchtigen Entscheidung“. Kärntens Landeshauptmann, Jörg Haider (BZÖ), soll sogar mit einem Freudenschrei reagiert haben – Erleichterung?

Schließlich hatte man in Klagenfurt gut ein Jahr zuvor mit dem Neubau des Wörtherseestadions begonnen, ein Stadion für 32.000 Zuschauer, an dessen Finanzierung das Land Kärnten offiziell zu einem Drittel beteiligt war. Tatsächlich trug Kärnten zwei Drittel der auf 66,5 Millionen Euro veranschlagten Kosten, da dem Bauträger, der Stadt Klagenfurt, das entsprechende Budget fehlte. Nach dem überraschenden Abstieg des FK Kärnten kam ein Bundesligist, der den Neubau als Heimstadtion nutzen, und die Ränge regelmäßig mit Zuschauern füllen würde, in dieser Situation wie ein Geschenk des Himmels.

Dass „Geschenke“ im Spiel waren, hat sich inzwischen herausgestellt. Der Vorgang beschäftigt inzwischen auch den Hypo-Untersuchungsausschuss im Kärntner Landtag.

Der SK Austria ließ sich die Übernahme der Bundesliga-Lizenz von Pasching drei Millionen Euro kosten, für weitere 223.000 Euro jährlich sicherte er sich die Nutzungsrechte an dem neuen Stadion, das von nun an „Hypo Group Arena“ hieß – der Nutzungsvertrag berechtigte den Fußballverein auch, den Namen für das Stadion zu bestimmen. Dass die Hypo Group Alpe Adria, die damals, ungeachtet ihrer chronisch dünnen Kapitaldecke, noch an die Börse strebte, ihren Namen gerne für das Stadion zur Verfügung stellte, verwundert nicht weiter. Es wird hingegen bezweifelt, ob sie tatsächlich die fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat, die dem SK Austria zu diesem finanziellem Spielraum verhalfen.

Inzwischen stellen Mitglieder des Hypo-Untersuchungsausschusses die Frage, ob die fünf Millionen in Wirklichkeit von der BayernLB stammen und bei dem Verkauf der Hypo Group Alpe Adria eine Rolle gespielt haben. Der SPÖ-Abgeordnete Rudolf Schober spricht ganz offen aus, dass hierdurch der Verdacht entstehe, „dass man sich in Kärnten durch finanzielle Zuwendungen offenbar leicht Sympathien erwerben“ könne. Solchen Andeutungen widerspricht Landeshauptmann Jörg Haider entschieden, und der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Stephan Tauschitz (ÖVP), bekräftigt, dass der Vertrag des Fußballclubs mit der Hypo „korrekt gewesen sei“ und im Untersuchungsausschuss keine Rolle spiele. Die SPÖ-Fraktion verlangt hingegen weitere Zeugenvernehmungen und möchte auch die Verträge im Zusammenhang mit der 5-Millionen-Euro-Zahlung überprüfen.

Quelle: orf.at