Bundesligaclub SK Austria Kärnten steht vor Konkurs

Bundesligaclub SK Austria Kärnten steht vor Konkurs

Gepostet von am Jun 10, 2010

Nur drei Jahre nach seinem Start in der Bundesliga hat der Klagenfurter Fußballverein SK Austria Kärnten Antrag auf Insolvenz gestellt. Nachdem die Saison 2009/2010 mit dem vorzeitigen Abstieg zu Ende ging, hatte sich auch die Stadt Klagenfurt für den Verein eingesetzt, um die Bundesliga-Lizenz zu sichern. Die Klage des Vereins wurde nun vom Neutralen Schiedsgericht in letzter Instanz abgewiesen. Damit scheint das Aus endgültig besiegelt.

Präsident Mario Canori möchte einen Zwangsausgleich für den maroden Verein. Dafür wäre er allerdings auf weitere Subventionen angewiesen. Er setzt dabei auf Verhandlungen mit der Stadt Klagenfurt und dem Land Kärnten. Für einen Zwangsausgleich mit 20% Quote wären Gelder in Höhe von 600.000 Euro erforderlich, ohne die Verfahrenskosten zu berücksichtigen. Rechtsanwalt Wolfgang Kofler war das Amt des Vereinspräsidenten angetragen worden, was er in Anbetracht der Schuldensituation, die er vorgefunden hatte, jedoch ablehnte. Er sagt, woher das Geld für den Zwangsausgleich kommen könnte, sei noch völlig offen.

Die aktuellen Schulden des Vereins belaufen sich auf 3,5 bis 4 Millionen Euro. Dabei hatte die Zukunft des Vereins im Frühjahr 2007 sehr vielversprechend begonnen. Präsident Mario Canori hatte sich damals zuversichtlich gezeigt, dass man „Fußballgeschichte schreiben“ werde, und betont, dass der „finanzielle Background gesichert“ sei. Sicher ist, dass der Verein im Verlauf seiner dreijährigen Geschichte über Mangel an öffentlichen Zuwendungen nicht klagen konnte. Fußballexperten haben errechnet, dass er 25 bis 30 Millionen Euro erhalten hat, so Klagenfurts Vizebürgermeisterin Maria Luise Matthiaschitz. Ein genauer Überblick über die Geldflüsse fehlt allerdings, und das, obwohl eine der Schlüsselfiguren bei der Gründung des SK Austria, Landeshauptmann Jörg Haider, „größtmögliche Transparenz“ in Aussicht gestellt hatte.

Dem SK Kärnten bleibt die Möglichkeit, zukünftig in der Regionalliga zu spielen; doch auch in diesem Fall wäre eine Million Euro das Minimum, um den entsprechenden Spielbetrieb zu gewährleisten, erläutert Kofler. Die Suche nach Sponsoren verlief bisher ohne Erfolg.

Durch die Entscheidung des Gerichts, keine Bundesliga-Lizenz zu erteilen, ist dem Verein schwerer Schaden, sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht, entstanden, klagt indessen Canori. Die Spieler, die einen Wert von 4,5 Millionen Euro darstellen, können nun den Verein ohne Ablöse verlassen. Dennoch haben die Spieler mehrheitlich erklärt, dass sie dem Verein auch in der Regionalliga treu bleiben und für den Wiederaufstieg kämpfen wollen.

Quelle: orf.at