SK Austria Kärnten meldet Konkurs an
Der im Juni 2007, durch einen Umzug des Bundesliga Vereins ASKÖ Pasching, gegründete Verein SK Austria Kärnten, meldet am 14.06.2010 Konkurs an. Der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hatte maßgeblichen Anteil an Übersiedlung und Gründung des Erstligisten SK Austria Kärnten. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Team entgegen der Erwartungen der Verantwortlichen. Die Realität war harter Abstiegskampf und schließlich der Abstieg in die zweite Liga. Nach einem missglückten Imagewechsel, der damalige Sportdirektor und spätere Trainer Frank Schinkels strebte eine Verjüngung des Kaders mit regionalen Talenten an, einigen Trainerwechseln, folgte die Nichtvergabe der Lizens seitens des österreichischen Verbands und der damit verbundene Zwangsabstieg in die Regionalliga.
Am Montag den 14.06.2010 hat der Fußballclub SK Austria Kärnten nun endgültig die Segel streichen müssen und Konkurs angemeldet. Die Gerüchte haben sich nun bestätigt. Nach Verweigerung der Bundesligalizenz war dies bereits abzusehen und für viele Experten, die unweigerliche Konsequenz. Zu Buche stehen 3,1 Millionen EUR an Verbindlichkeiten. Allerdings gilt dies lediglich für den Verein, hinzu kommen die Schulden der Tochtergesellschaft SK Austria Kelag Kärnten Witschaftsbetriebe GmbH, welche einen Minusbetrag von rund 1,5 Millionen EUR datiert.
Die Vereinsspitze wehrt sich weiterhin gegen das nahezu besiegelte Ende der Austria, so teilte Arno Ruckhofer vom Alpenländischen Kreditorenverband mit, dass Mario Canori, Präsident des SK Austria Kärnten, einen 20-prozentigen Zwangsausgleich anstrebe, um eine Einstellung des Spielbetriebs, mit dem buchstäblich letzten Atemzug, doch abwenden zu können. In Anlehnung an Ruckhofer ist ein Betrag von mindestens 600.000 EUR von Nöten, um die erforderliche Quote zu erfüllen. Darüber hinaus sind weitere finanzielle Mittel unabdingbar, um den zukünftigen Spielbetrieb garantieren zu können. Allerdings herrscht über die Höhe der bereitzustellenden Geldmittel Unstimmigkeit: “Ich kann nicht beurteilen, was so teuer sein soll,” erklärte Ruckhofer. Im Raum steht ein Betrag von rund einer Million Euro.
Die genaue Höhe der Forderungen wierden sich erst im Laufe des Verfahrens beziffern lassen. Zur Klärung stehen unter anderem Forderungen der Stadt Klagenfurt in Höhe von 750.000 EUR, sowie Verbindlichkeiten gegenüber des damaligen FC Kärnten in Höhe von 1,1 Millionen EUR. Auf der Aktiva Seite des Vereins stehen ein Barvermögen von 300.000 EUR, Anlagewerte von ca. 50.000 EUR und Haftungen des Landes Kärnten, welche sich auf die Forderungen des FC Kärnten beziehen.
Über den Konkurs der Wirtschaftsbetriebe GmbH wird beim zweiten Verfahren vehandelt. Auch hier ergeben sich Unstimmigkeiten, da der Verein, der hundertprozentige Geselschafter ist und eine Forderung von 1,1 Millionen EUR besitzt. Mit einer Unterstützung des Landes ist nicht zu rechnen, vielmehr schließt Landeshauptmann Gerhard Dörfler dies kategorisch aus: “Es werde kein weiters Geld für den Ausgleich geben.”
Auch die Stadt Klagenfurt wird das für den SK Austria Kärnten geplante Budget von 550.000 EUR nun dem SV Austria Klagenfurt zu kommen lassen.